Der D21 Roundtable
Im Rahmen des ZuKo 2026
Wirkungsorientierte Digitalisierung: Anspruch, Praxis und Führung im Fokus
Am 10. Juni 2026 gestaltete die Initiative D21 mit inhaltlicher Unterstützung der msg einen exklusiven Roundtable im Rahmen des Zukunftskongresses Staat & Verwaltung im bcc Berlin. Die Veranstaltung brachte rund 30 Führungskräfte aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft zu einem vertraulichen Austausch zusammen. Im Zentrum stand die Frage, wie sich Digitalvorhaben im öffentlichen Sektor konsequent an ihrer tatsächlichen Wirkung ausrichten lassen.
Moderiert wurde der Roundtable von Lena‑Sophie Müller, CEO der Initiative D21.
Impuls: Warum Wirkungsorientierung selten handlungsleitend wird
In seinem Impuls stellte Resa Mohabbat Kar (msg) die Beobachtung in den Mittelpunkt, dass Wirkungsorientierung in der Verwaltung zwar breit akzeptiert, in der Steuerungspraxis jedoch häufig nicht handlungsleitend wird. Ausgangspunkt vieler Vorhaben sind meist politische Metaziele, die als Orientierung dienen, aber nicht ausreichend in konkrete, steuerbare Wirkungsziele übersetzt werden. Obwohl die angestrebte Wirkung häufig nicht systematisch konkretisiert wird, steht oft die Lösung bzw. Maßnahme erstaunlich früh fest. Das führt laut Resa Mohabbat Kar zu einem sehr typischen Muster: „Nicht die angestrebte Wirkung führt uns zur geeigneten Maßnahme, sondern die sehr früh schon gesetzte Lösung muss sich im Nachhinein ihre passende Wirkungserzählung suchen.“
Bleiben die Wirkungsfragen vage, verschiebt sich der Fokus in der Umsetzung schnell auf sichtbare Größen wie Outputs, Go-Lives, Anbindungen und Nutzungszahlen. Daraus entsteht eine Scheinerfolgslogik: Systeme sind produktiv und werden genutzt – doch ob sie tatsächlich Wirkung entfalten, bleibt offen. Verstärkt wird dieses Muster durch bestehende Steuerungslogiken, die formale Umsetzungsaspekte wie Mittelabfluss, Zeitpläne und Rollout-Status stärker fokussieren als Zielerreichung im Sinne gesellschaftlicher Wirkung. „Wir steuern auf das, worüber wir an Ausschüsse und Gremien reporten müssen. Das ist in der Regel nicht Wirkung, sondern formale Umsetzung“, so Resa Mohabbat Kar. Wirkung tritt häufig erst am Ende eines Vorhabens als Evaluationskriterium auf – zu spät, um noch gestaltend einzugreifen.
Wirkungsorientierung ist insbesondere ein strukturelles und führungsbezogenes Thema. Es ist eine Führungsaufgabe, zuzulassen und einzufordern, dass Wirkung zu einer wirklichen Steuerungsgröße wird, die Entscheidungen lenkt.
Im anschließenden Roundtable diskutierten die Teilnehmenden offen über praktische Hürden und mögliche Hebel dafür.
„Nicht die angestrebte Wirkung führt uns zur geeigneten Maßnahme, sondern die sehr früh schon gesetzte Lösung muss sich im Nachhinein ihre passende Wirkungserzählung suchen."
Resa Mohabbat Kar
Principal Business Consultant
Zentrale Erkenntnisse aus der Diskussion:
- Wirkung ist noch keine etablierte Steuerungsgröße, die nachgefragt wird, sie konkurriert mit anderen „Währungen“ wie Budget, Personal, Aufträgen oder Umsetzungsstatus. Erfolg wird daran gemessen, ob etwas beauftragt oder umgesetzt wurde – nicht daran, ob es tatsächlich etwas bewirkt.
- Das Ressortprinzip schafft klare Zuständigkeiten, aber keine Verantwortung für gemeinsame Wirkung. Digitale Vorhaben werden in Ressorts geplant und umgesetzt, ihre Wirkung entfaltet sich jedoch ressortübergreifend entlang von Lebenslagen und Systemen. Dadurch wird Wirkung fragmentiert gedacht, während die Steuerung an Zuständigkeiten ausgerichtet bleibt.
- Wirkungsorientierung erzeugt zusätzliche Transparenz und kann somit als Risiko wahrgenommen werden: Dir Ergebnisse des eigenen Vorhabens werden überprüfbar und vergleichbar. Das führt zu Zurückhaltung, weil man mit Wirkungsmessung zugleich auch Kontrolle, Kritik und Eingriffe möglich macht.
Übergreifend wurde deutlich: Wirkungsorientierung wird erst dann handlungsleitend, wenn sie systematisch in Führung und Steuerung verankert ist. Dazu gehört insbesondere, politische Zielbilder in wenige, konkrete Wirkungsziele zu übersetzen, Vorhaben konsequent von der angestrebten Wirkung her zu denken und diese als echte Steuerungsgröße in Entscheidungsprozessen zu etablieren. Ebenso entscheidend ist es, Wirkungslogiken frühzeitig – bereits in der Konzeption – zu klären und Wirkungsmessung als Lern- und Steuerungsinstrument zu nutzen, nicht als rein nachgelagerte Kontrolle.
Unser Beitrag:
msg unterstützt öffentliche Auftraggeber dabei, genau diese Verankerung zu erreichen – mit einem praxiserprobten Framework, das Digitalvorhaben entlang des gesamten Lebenszyklus konsequent auf Wirkung ausrichtet: von der Zielklärung über Priorisierung und Umsetzung bis hin zur Messung und Nachsteuerung.
Von der Projekt-/Programmleitung bis zur politischen Steuerungsebene – Wir freuen uns darauf, Sie dabei zu unterstützen, in Ihren Vorhaben Wirkung systematisch und ressourcenschonend zu erreichen und Ihre Wirkungserfolge zu kommunizieren.
Impressionen
Beim Roundtable wurde intensiv diskutiert
Resa Mohabbat Kar leitet die Diskussion
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