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Mitarbeitende im Büro sitzen am Tisch und diskutieren ein Projekt

Serious Play in der Verwaltung

Agile Methoden erlebbar machen

Agile Methoden erlebbar machen

Agile Methoden gewinnen im öffentlichen Sektor zunehmend an Bedeutung. Viele Verwaltungen erkennen: Starre Strukturen, lange Abstimmungsprozesse und das berühmte „Das haben wir schon immer so gemacht“ stoßen an ihre Grenzen. Doch wie gelingt der Schritt von der Theorie in die Praxis? Wie lässt sich ein agiles Mindset tatsächlich im Arbeitsalltag verankern?

Oft bleiben es Konzeptpapiere, Präsentationen oder Schulungen, die gut gemeint sind - aber wenig verändern. Was fehlt, ist das unmittelbare Erleben.

Warum Serious Play für agile Arbeitsmethoden wirkt

Serious Play steht für spielerische und zielgerichtete Lernformate, mit denen komplexe Themen greifbar und erfahrbar werden. Ob Planspiele, Simulationen, Rollenspiele oder Quiz-Spiele - sie schaffen einen Raum, in dem Prinzipien und typische Verhaltensweisen aus dem agilen Arbeiten, wie Selbstorganisation, iteratives Arbeiten oder Feedbackkultur konkret erlebt werden können. Es geht nicht um Unterhaltung, sondern um ernsthaftes Lernen - mit Wirkung.

Das funktioniert so erfolgreich, weil unser Gehirn emotionales und aktives spielerisches Lernen viel besser verarbeitet als reine Informationsaufnahme, wie bspw. bei einem Vortrag. In Spielsituationen sind wir fokussiert, entspannter und offener für neue Perspektiven. Das limbische System - zuständig für Emotionen und Motivation - unterstützt die langfristige Verankerung neuer Inhalte. Perspektivwechsel und Experimentierfreude werden möglich - gerade in einem sicheren, geschützten Rahmen in dem wir bspw. erstmal nur eine Rolle (nach)spielen oder mit gegeben Regeln und Zusammenarbeitsformen experimentieren.

Eine Studie der Universität Ulm (Kriz & Auchter, 2016) zeigt: Planspiele und spielerische Lernformate steigern nachweislich Selbstwirksamkeit, Problemlöseverhalten und Teamfähigkeit - auch bei Personen mit wenig Vorerfahrung in agilen oder kreativen Methoden. Und das nicht nur im Training, sondern auch im späteren Arbeitsalltag.

Lernen mit Substanz: Agile Ausbildungen im öffentlichen Sektor

In unseren Ausbildungen zum Agilen Master und Agilen Coach im Auftrag der BAköV bieten wir genau diese Erfahrungsräume - speziell zugeschnitten auf die Herausforderungen und Rahmenbedingungen des öffentlichen Sektors an. Spielerisches Lernen ist dabei kein nettes Extra, sondern ein zentrales Lernprinzip, das agile Methoden und Praktiken von der Schlagwort-Ebene holt und erfahrbar macht, wie sie im Arbeitsalltag wirklich wirken können.

In praxisnahen Modulen setzen wir unter anderem folgende Formate ein:

Teilnehmende erleben unmittelbar, wie wichtig ein WIP-Limit (Work in Progress) ist - um den Fokus zu halten, Engpässe sichtbar zu machen, effizient zu arbeiten und eine hohe Qualität zu sichern. Gleichzeitig werden Themen, wie Arbeitsflussoptimierung und Überlastung konkret erfahrbar.

In diesem spielerischen Format entwickeln Teams in kürzester Zeit erste Prototypen - jedoch nicht ohne sich vorher intensiv mit dem Problemraum zu beschäftigen. Die zentrale Lernerfahrung: Gute Lösungen entstehen nur, wenn das Problem wirklich verstanden wurde. Perspektivwechsel, Fokus der Nutzer und Nutzerinnen und schnelle beeindruckende Ergebnisse prägen das Format und lassen sich durch anschließende Diskussion und Transferarbeit der Teilnehmenden direkt auf ihre Verwaltungsprozesse übertragen.

In iterativen Sprints wird gemeinsam ein Produkt (hier eine Stadt) gebaut. Dabei werden Scrum-Verantwortlichkeiten, Ereignisse und Artefakte lebendig: Wer ist für was verantwortlich? Wie funktioniert Zusammenarbeit im Sprint? Was bedeutet es wirklich, ein „Inkrement“ zu liefern? Und was passiert eigentlich in den verschiedenen Ereignissen? Viele Teilnehmende berichten, dass ihnen in diesem Format zum ersten Mal klar wird, wie Scrum wirklich funktioniert.

Formate, wie das Ball Point Game oder Feedback-Rollenspiele stärken zentrale Kompetenzen, wie Kommunikation, iterative Verbesserung, gemeinsames Lernen und das Erleben von Dynamiken im Team. Auch kurze, spielerische Energizer gehören dazu: Sie helfen in langen Meetings oder Workshops, den Fokus zurückzugewinnen, die Stimmung aufzulockern und den Kopf wieder für kreatives Denken und Problemlösen zu öffnen.

Hürden? Ja. Aber auch große Hebel.

Gibt es Vorbehalte im Behördlichen Kontext? - ja. Der Begriff „Spiel“ wirkt auf manche befremdlich, es gibt Ressourcendruck, wenig Zeit oder Unsicherheit im Umgang mit neuen Methoden. Aber: Veränderung beginnt selten mit dem großen Umbruch.

Oft reicht ein kurzer Perspektivwechsel, ein kreativer Impuls, ein erstes gemeinsames Ausprobieren. Wenn Menschen erleben, dass agile Prinzipien nicht im Widerspruch zu erfolgreicher Verwaltung stehen, sondern sie sinnvoll ergänzen, entsteht Bewegung. Und Bewegung ist ansteckend.

Unser Beitrag: Kreative Beratungsformate im öffentlichen Sektor

Als Team der msg systems ag für Agile Coaching & Transformation im Geschäftsbereich Public Sector beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie Lernen in Veränderungsprozessen wirksam gestaltet werden kann. Unter dem Stichwort „Kreative Beratungsformate“ (Playful Consulting) entwickeln wir neue didaktische Konzepte, mit denen modernes Arbeiten erlebbar und umsetzbar wird - praxisnah, partizipativ und angepasst an die spezifischen Herausforderungen des öffentlichen Sektors.

Unsere Ausbildungen und Workshopformate - immer mit dem Ziel, Lernen nicht nur zu ermöglichen, sondern Veränderungsinitiativen wirklich zu befähigen.

Mit unseren Ausbildungen zum Agilen Master und Agilen Coach und anderen Formaten machen wir agiles Arbeiten im öffentlichen Sektor verständlich, erlebbar und anwendbar. Denn wir verbinden fundierte Methoden mit nutzerorientierten Zugängen. Wer einmal erlebt hat, wie wirksam agiles Arbeiten sein kann, will nicht mehr zurück.

„TZI, Globe und systemische Fragen – ich habe viele Impulse mitgenommen, die mein Verständnis von Teams, Strukturen und Change bereichert haben. Vor allem Serious Play ist mir im Gedächtnis geblieben und ich werde bestimmt eine Gelegenheit für diese Me-thode in meinem Arbeitsalltag finden. Ein großes Dankeschön an die Dozentinnen, die diese Ausbildung abwechslungsreich und spannend gestaltet haben!“

Britta Kindler, Teilnehmende der Agile Coach Ausbildung der msg für die Baköv

Wenn Sie Lust bekommen haben, agile Methoden selbst zu erleben und anzuwenden, informieren sie sich über unsere Ausbildungsreihen im Auftrag der BAKöV oder besuchen eins unserer Workshopformate über den Behördenspiegel.

Autoren des Artikels

Schreckenberg, Annika

Annika Schreckenberg

Lead Business Consultant

Annika Schreckenberg ist Senior Business Consultant im Public Sector der msg. Sie ist Systemischer Coach, Trainerin in Themen Agilität, New Work und Teamentwicklung. Mit über 10 Jahren Erfahrung in Führung und Beratung in der Öffentlichen Verwaltung, begleitet sie heute Bundesministerien, Landes- und Kommunalverwaltungen bei der Etablierung moderner und agiler Arbeitsweisen. Ein Schwerpunkt dabei ist Zusammenarbeit, um agile Methoden erfolgreich einzusetzen.

Janina Hückstädt Profilbild

Janina Hückstädt

Business Consultant

Janina Hückstädt ist Business Consultant im öffentlichen Sektor. Sie unterstützt Teams und Organisationen bei der Einführung agiler Arbeitsweisen. Mit ihrem Fokus auf Transformation und agile Coaching gestaltet sie Prozesse, die den Nutzen der Bürger in den Mittelpunkt stellen.

Studienhinweis

Kriz, W. C., & Auchter, E. (2016). Enhancing motivation and learning through game-based learning and simulation games. Simulation & Gaming, 47(3), 254–267.

https://doi.org/10.1177/1046878116647621