ESG-Kriterien:

Verstehen, verankern, Vorreiter werden

Nachhaltiges Handeln ist für Unternehmen von der Kür zur Pflicht geworden. Auch rein regulatorisch sind Unternehmen gefordert, sich an teilweise hochkomplexe Verordnungen zu halten, deren Ausführungen zu den Kriterien Umwelt (Environment, E), Soziales (Social, S) und Unternehmensführung (Governance, G) gehören.

Denn obgleich beim Thema „Nachhaltigkeit“ meist an den dringend notwendigen Klima- und Umweltschutz gedacht wird, sind Anliegen aus den Bereichen Social – wie etwa der Schutz von Menschenrechten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – und Governance – wie beispielsweise eine angemessene Unternehmensführung und die Sicherstellung von legalem und legitimen Verhalten– ebenso wichtige Inhalte von nachhaltigem Handeln.

Es hapert an Kapazitäten und Kompetenzen

Auch wenn genau aus diesen Gründen heute viele Unternehmen gewillt sind, ESG-Kriterien in der Unternehmensstrategie zu verankern, hapert es oftmals an Kapazitäten und Kompetenzen, um eine wirksame ESG-Strategie erstellen zu können. Allein die Vielzahl der nationalen und internationalen Regelwerke machen es auch Personen mit juristischer Ausbildung nicht leicht, den Überblick zu behalten. Das gilt besonders für Unternehmen aus dem Finanz- und Versicherungssektor. Als Investoren mit beträchtlichen Anlagevolumina müssen sie nicht nur auf die eigenen ESG-Strategien achten, sondern auch auf die ihrer Investments. Denn auch Kapitalanlagen unterliegen aufgrund der EU-Taxonomie zum nachhaltigen Investieren strengen Vorschriften. Dazu zählt auch die Frage, wie die Nachhaltigkeit des eigenen Handelns reportet wird. Denn berichten müssen für das Geschäftsjahr 2023 ab dem 1. Januar 2024 alle in der EU ansässigen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden.

Unternehmen müssen ins Tun kommen

Zusätzlich gilt bei diesen hochrelevanten und stark regulierten Themen: Selbstverständlich reicht es nicht aus, darüber zu sprechen. Unternehmen müssen ins Tun kommen. Dafür bietet es sich an, zunächst die Gesamtheit der Regulatorik genau zu kennen und eine Analyse des eigenen Status Quo durchzuführen. Um eine passende ESG-Strategie aufzubauen, bedarf es anschließend dem Ausbau der eigenen Informationsmanagementkompetenzen: Wie so viele zukunftsweisende Bereiche sind ESG-Strategien in hohem Maße datengetrieben. Entsprechend müssen Daten aus unterschiedlichsten Quellen angebunden, erhoben, aufbereitet und analysiert werden. Nur auf Basis der konkreten Ergebnisse kann schließlich eine Strategie konsequent umgesetzt werden. Unternehmen können sich klar zum Thema positionieren und auch Wachstumsfelder identifizieren. ESG-Strategien sollten so ausgerichtet sein, dass sie schließlich zu nachhaltigerem Handeln sowie zu profitablen Innovationen führen.

Der Weg ist dabei durchaus herausfordernd. Gemeinsam mit unseren Partnern begleiten wir seit Jahren Unternehmen, insbesondere aus der Versicherungs- und Finanzbranche, mit unserem zuverlässigen End-to-End-Support auf jedem Schritt dieses Weges.

ESG – Mehr als "Nice to Have"

Lange Zeit wurde über ESG, also die Kriterien Environment, Social und Governance, nur im Kontext von Regulatorik gesprochen. Tatsächlich gewinnt diese im Zuge der immer neuen Gesetzesinitiativen zunehmend an Bedeutung, wird umfassender und konkreter. Wie wichtig ESG tatsächlich ist, warum die systematische Integration in die eigene Unternehmensstrategie nicht nur regulatorisch notwendig, sondern ein kritischer Wettbewerbsfaktor gerade für Versicherungen ist und welche Rolle die IT dabei spielt, erklärt Dr. Jürgen Zehetmaier,  Vorstandsmitglied von msg und verantwortlich für das Versicherungsgeschäft, im Interview.

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