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Digitale Souveränität: Klar sehen, souverän entscheiden mehr erfahren

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eGov an der Isar 2026

Praxisworkshops für die Verwaltung

Praxis statt Buzzwords: Verwaltung im Umsetzungsmodus

Mit der Veranstaltung „eGov an der Isar“ haben wir unsere Workshopreihe für die Verwaltungsdigitalisierung fortgesetzt. Nach dem erfolgreichen Auftakt im März in Berlin kamen am 17. Juni 2026 nicht nur unser Vorstand Dr. Frank Schlottmann und Ismanings Bürgermeister Dr. Alexander Greulich, sondern auch Fach- und Führungskräfte aus Behörden, IT und Projekten im msg Headquarter in Ismaning zusammen, um gemeinsam eine zentrale Frage zu diskutieren: Was funktioniert in der Verwaltungspraxis wirklich – und wie lässt sich Digitalisierung konkret umsetzen?

Das Format setzte bewusst auf Interaktion statt Frontalvortrag. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Workshops, offene Diskussionen und der Austausch auf Augenhöhe. Ziel war es, gemeinsam an realen Herausforderungen zu arbeiten, Erfahrungen zu teilen und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln. Moderiert wurde die Veranstaltung von unserer Kollegin Muriel Brodbeck (Abteilungsleitung, msg Public Sector).

Fokus auf Umsetzung: Zwei Themen, die Verwaltung aktuell bewegen

Im Zentrum der Veranstaltung standen zwei Themen, die aktuell viele Behörden beschäftigen und gleichzeitig neue Chancen für die Verwaltungsmodernisierung eröffnen: Agentic Process Automation (APA) und die EUDI‑Wallet.

In parallelen Workshops wurden beide Themen intensiv bearbeitet – jeweils mit klarem Praxisbezug und dem Anspruch, über abstrakte Konzepte hinauszugehen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Ein zentrales Ergebnis des APA‑Workshops, geleitet von Ahmet Varlik (Abteilungsleitung, msg Public Sector), war die klare Abgrenzung gegenüber klassischer Automatisierung. Während herkömmliche Ansätze wie RPA primär auf regelbasierte, klar strukturierte Prozesse ausgerichtet sind, setzt Agentic Process Automation dort an, wo Prozesse komplex, dynamisch und oft unstrukturiert sind.

APA verfolgt dabei einen grundlegend anderen Ansatz: Nicht die einzelne Entscheidung wird automatisiert, sondern die Koordination rund um den Entscheidungsprozess. Gerade in der öffentlichen Verwaltung liegt hier ein erheblicher Hebel, da ein Großteil des Aufwands nicht in der eigentlichen Sachbearbeitung entsteht, sondern in Abstimmungen, Informationsbeschaffung und Rückfragen.

Die Diskussionen im Workshop zeigten deutlich:

  • Klassische Automatisierung stößt bei komplexen Verwaltungsprozessen schnell an ihre Grenzen.
  • APA ergänzt bestehende Ansätze um Kontextverständnis, Prozesslogik und Koordinationsfähigkeit.
  • Der größte Nutzen entsteht dort, wo viele Beteiligte, Systeme und Informationsquellen zusammengeführt werden müssen.
  • Der Mensch bleibt integraler Bestandteil („Human in the Loop“) und trifft weiterhin die fachlich relevanten Entscheidungen.

Damit wird APA zum Bindeglied zwischen Automatisierung und fachlicher Entscheidungsfindung. Technologisch basiert der Ansatz auf KI‑Agenten, die Ziele interpretieren, Zwischenschritte planen und Prozesse adaptiv steuern können – im Gegensatz zu starren, vorab definierten Abläufen.

In den Workshop-Sessions wurde schnell deutlich: Gerade für Ende‑zu‑Ende‑Prozesse in der Verwaltung – etwa bei Antragsverfahren, Genehmigungsabläufen oder komplexen Leistungsprozessen – bietet APA erhebliches Potenzial.

Erfolgsfaktoren für den Einsatz von APA

Neben dem fachlichen Verständnis wurden im Workshop auch konkrete Erfolgsfaktoren diskutiert, die für eine erfolgreiche Einführung entscheidend sind:

  • Entwicklung eines klaren Zielbilds für den Einsatz von Automatisierung
  • Aufbau einer belastbaren und zugänglichen Datenbasis
  • Enge Verzahnung von Fachbereich, IT und Management
  • Pilotierung anhand klar definierter Anwendungsfälle mit hohem Koordinationsaufwand
  • Schrittweise Skalierung statt großflächiger Einführung

Insbesondere der schrittweise Einstieg wurde als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben. APA entfaltet seinen Nutzen vor allem dann, wenn zunächst konkrete, klar abgegrenzte Prozesse adressiert und daraus belastbare Erfahrungswerte aufgebaut werden.

Parallel dazu widmete sich der zweite Workshop, moderiert von Sebastian Haertl (Executive Project Manager, msg Public Sector), der praktischen Anwendung der EUDI‑Wallet – einem zentralen Baustein für die digitale Identität in Europa.

Die EUDI‑Wallet ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, sich digital auszuweisen, Nachweise sicher bereitzustellen und elektronische Signaturen zu nutzen. Ziel ist eine EU‑weit interoperable, sichere und nutzerzentrierte Identitätslösung, die Verwaltungsleistungen einfacher und medienbruchfrei zugänglich macht.

Im Workshop wurde insbesondere der konkrete Mehrwert für das eGovernment herausgearbeitet:

  • Vereinfachte und einheitliche Authentifizierung – auch für hohe Vertrauensniveaus
  • Reduktion manueller Schritte für Verwaltung und Bürger
  • Automatisierte Prüfung und Verarbeitung von Nachweisen
  • Nutzung von Nachweisen über Behörden- und Ländergrenzen hinweg

Die EUDI‑Wallet adressiert damit ein zentrales Problem der Verwaltungsdigitalisierung: die fehlende, durchgängige digitale Identität. Sie schafft die Grundlage für vollständig digitale Prozesse und verbessert gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit und Effizienz.

Von der Idee zur Umsetzung: Use Cases im Fokus

Ein wesentlicher Bestandteil des Workshops war die Überführung der Konzeptidee in konkrete Anwendungsszenarien. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden typische Verwaltungsprozesse analysiert und systematisch daraufhin untersucht, wie der Einsatz der EUDI‑Wallet diese vereinfachen kann.

Im Fokus standen dabei zentrale Fragestellungen:

  • Welche Rollen sind am Prozess beteiligt?
  • Welche Systeme müssen integriert werden?
  • Welche Nachweise werden benötigt und wie werden sie bereitgestellt?
  • Welche Daten und Nachweise können perspektivisch in das Wallet‑Ökosystem eingebracht werden?

Auf dieser Basis konnten die Teilnehmenden eigene Anwendungsfälle einbringen, kritisch hinterfragen und gemeinsam weiterentwickeln. Das Ergebnis war ein deutlich geschärftes Verständnis dafür, wie sich die EUDI‑Wallet konkret in bestehende Verwaltungsprozesse integrieren lässt.

Gemeinsames Fazit: Umsetzung braucht Austausch

Sowohl beim Thema APA als auch bei der EUDI‑Wallet zeigte sich ein klares Bild: Die technologischen Grundlagen sind vorhanden – entscheidend ist nun die konkrete Umsetzung in der Verwaltungspraxis.

Formate wie „eGov an der Isar“ leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie schaffen Raum für offenen Austausch, fördern den Wissenstransfer zwischen Behörden und ermöglichen es, neue Ansätze frühzeitig gemeinsam zu erproben.

Die Resonanz der Teilnehmenden machte deutlich, dass der Bedarf an praxisnahen Austauschformaten weiterhin hoch ist. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie groß die Bereitschaft in der Verwaltung ist, neue Technologien aktiv zu gestalten und in konkrete Lösungen zu überführen.

Ausblick

Mit der Fortsetzung der Workshopreihe setzen wir im Public Sector ein klares Signal: Digitalisierung in der Verwaltung entsteht nicht in Konzeptpapieren, sondern im gemeinsamen Arbeiten an realen Herausforderungen.

Auch in Zukunft wird der Fokus darauf liegen, innovative Technologien wie Agentic Process Automation und die EUDI‑Wallet greifbar zu machen – und gemeinsam mit der Verwaltung den nächsten Schritt von der Idee in die Umsetzung zu gehen.

„eGov an der Isar hat gezeigt, wie groß der Bedarf an ehrlichem Austausch zur digitalen Verwaltung ist. Wir freuen uns sehr über die hohe Teilnahme und die intensive Diskussion – genau dafür haben wir dieses Format geschaffen.“

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Dr. Muriel Brodbeck

Abteilungsleitung Public Sector

„Der Workshop zur EUDI Wallet machte eindrucksvoll deutlich, welche Chancen eine digitale Brieftasche von Morgen für die Verwaltungsdigitalisierung bietet und gleichzeitig müssen sich Fachverfahren bereits heute darauf vorbereiten.“

Mirwald, Markus

Markus Mirwald

Abteilungsleitung Public Sector

Impressionen

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Gutes Wetter in Ismaning

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Vorstand Dr. Frank Schlottmann eröffnet das Event

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EUDI Wallet Workshop mit Sebastian Haertl