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Digitale Souveränität: Klar sehen, souverän entscheiden mehr erfahren

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Glossar Public

Unser IT-Glossar für
Defense & Aerospace

Moderne Verteidigung von A bis Z

IT-Fachbegriffe & -Standards verständlich erklärt

Die Verteidigung von morgen entsteht im Spannungsfeld von geopolitischen Herausforderungen, digitaler Transformation und technologischer Innovation. Themen wie Multi-Domain Operations (MDO), digitale Souveränität, Künstliche Intelligenz, Cyber-Resilienz und Interoperabilität gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. 

Unser Glossar unterstützt Streitkräfte, Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Unternehmen der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie mit verständlichen und praxisnahen Erläuterungen zentraler Begriffe und Abkürzungen. Als Trusted Advisor für Defense & Aerospace verbinden wir militärisches Verständnis mit Technologie- und Digitalisierungskompetenz und schaffen Orientierung in einem zunehmend komplexen Umfeld.

AQAP

Definition: AQAP (Allied Quality Assurance Publications) bezeichnet eine Reihe von Qualitätsmanagementsystem-Standards der NATO für den Rüstungs- und Verteidigungssektor. Sie erweitern zivile Qualitätsnormen wie ISO 9001 um spezifische militärische Anforderungen an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Nachweisbarkeit über den gesamten Systemlebenszyklus. 

Erläuterung: AQAP-Standards verpflichten Auftragnehmer der Verteidigungsindustrie zur Implementierung strenger Qualitätssicherungsverfahren bei der Entwicklung, Fertigung und Wartung wehrtechnischer Systeme. Während ISO 9001 allgemeine Prozesse regelt, fordert AQAP (z. B. AQAP 2110 für Produktion oder AQAP 2210 für Software) eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, Risikoanalysen und erweiterte Prüfrechte für militärische Güteprüfstellen. Im Rahmen des Defense Engineering sichert die Einhaltung von AQAP die operative Einsatzfähigkeit und Robustheit missionskritischer Hard- und Softwarekomponenten unter extremen Bedingungen.

Architekturhoheit

Definition: Architekturhoheit bezeichnet die strategische und technische Fähigkeit einer Organisation, die Kontrolle über das Design, die Weiterentwicklung und die Schnittstellen ihrer IT- und Systemlandschaften eigenständig auszuüben. Sie ist die Grundvoraussetzung für digitale Souveränität, verhindert Vendor-Lock-in und sichert die langfristige Interoperabilität militärischer Systeme. 

Erläuterung: In der Verteidigungspolitik und öffentlichen Verwaltung verhindert die Wahrung der Architekturhoheit eine gefährliche Abhängigkeit von proprietären Herstellern (OEMs). Durch das Festlegen offener Standards, klar definierter API-Schnittstellen und standardisierter Architekturrahmen (wie NAFv4 oder ADMBw) bleiben Auftraggeber in der Lage, einzelne Systembausteine herstellerunabhängig auszutauschen, zu erweitern und in komplexen Multi-Domain-Umgebungen zu vernetzen.

BAAINBw

Definition: Das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) ist die zentrale zivile Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) mit Hauptsitz in Koblenz. Es ist verantwortlich für die Ausstattung der deutschen Streitkräfte mit leistungsfähiger, sicherer Ausrüstung und modernen IT-Systemen.

Erläuterung: Das BAAINBw steuert das gesamte Anforderungs-, Entwicklungs-, Erprobungs- und Beschaffungswesen der Bundeswehr. Von komplexen Großgeräten bis hin zu taktischer Software managt das Amt Beschaffungsvorhaben entlang des Regelungssystems für die Bedarfsdeckung (CPM bzw. Nachfolgeprozess PBN). IT-Dienstleister und Industrieunternehmen arbeiten eng mit dem BAAINBw zusammen, um unter strengen Compliance- und Sicherheitsauflagen einsatzreife Technologien fristgerecht bereitzustellen.

BizDevOps

Definition: BizDevOps erweitert den klassischen DevOps-Ansatz um die kontinuierliche Einbindung der Fachbereiche (Business) in die Softwareentwicklung (Development) und den IT-Betrieb (Operations). Im Verteidigungssektor ermöglicht BizDevOps die schnelle, agile Bereitstellung digitaler Fähigkeiten unter strikter Einhaltung militärischer Sicherheits- und Akkreditierungsstandards.

Erläuterung: Durch die nahtlose Verknüpfung von operativen Fachanforderungen der Streitkräfte mit modernen CI/CD-Entwicklungspipelines und dem IT-Betrieb verkürzt BizDevOps die Zeithorizonte für Softwareupdates drastisch. Ergänzt um automatisierte Sicherheitsprüfungen (DevSecOps) wird sichergestellt, dass auch in VS-NfD- bzw. geheimschutzrelevanten Umgebungen funktionale Erweiterungen ohne Unterbrechung der Einsatzfähigkeit und im Einklang mit Vorgaben von BSI oder DEUmilSAA ausgerollt werden können.

BOS

Definition: BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) ist der Sammelbegriff für alle staatlichen und nicht-staatlichen Akteure, die zivile Aufgaben der inneren Sicherheit, Gefahrenabwehr und Katastrophenhilfe wahrnehmen. Hierzu zählen Polizeien, Zölle, Feuerwehren, Rettungsdienste, der Zivilschutz sowie das THW.

Erläuterung: Im Rahmen der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge agieren BOS an den Schnittstellen von ziviler Verteidigung, Heimatschutz und dem Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Für eine effektive Einsatzführung benötigen BOS hochverfügbare, abhörsichere Kommunikationstechnologien sowie KI-gestützte Lagebildsysteme (z. B. unbemannte Sensorplattformen), die interoperabel mit Systemen der Streitkräfte im Rahmen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) harmonieren.

CIR

Definition: Der Cyber- und Informationsraum (CIR) ist die fünfte militärische Operationsdomäne der Streitkräfte, die das gesamte Spektrum digitaler Infrastrukturen, IT-Netzwerke, Informationsflüsse und Cyber-Operationen umfasst. Neben Land, Luft, See und Weltraum bildet der CIR das Rückgrat moderner, vernetzter Kriegführung.

Erläuterung: Im CIR überschneiden sich defensive Cyber-Verteidigung, offensive Cyber-Operationen, das Militärische Nachrichtenwesen sowie Informationsoperationen. Die Beherrschung des CIR erfordert hochentwickelte IT-Architekturen, VS-konforme Entwicklungsplattformen, automatisierte Cyber-Threat-Intelligence und maximale Cyber-Resilienz, um eigene Führungssysteme gegen Angriffe zu härten und die Informationsüberlegenheit in Multi-Domain Operations (MDO) zu gewährleisten.

Commander's Intent

Definition: Der Commander's Intent (Absicht der Führung) beschreibt die prägnante Zielvorstellung und das gewünschte Endergebnis einer militärischen Operation. Er bildet das Kernelement der Auftragstaktik (Mission Command) und gewährt nachgeordneten Ebenen die nötige Handlungsfreiheit, um auch bei Störungen eigenverantwortlich im Sinne des Gesamtziels zu agieren.

Erläuterung: In hochdynamischen Einsatzszenarien stellt der Commander's Intent sicher, dass Führungskräfte und untergeordnete Einheiten trotz unterbrochener Kommunikationsverbindungen oder Lageveränderungen lageangepasst entscheiden können. Moderne Führungs- und Informationssysteme (C2-Software) sowie KI-basierte Decision-Support-Tools (wie msg.Strike) unterstützen den Commander's Intent, indem sie Handlungsoptionen blitzschnell evaluieren, Effektor-Ziel-Zuordnungen optimieren und Konformität mit Einsatzregeln sicherstellen.

DEUmilSAA

Definition: Die DEUmilSAA (German Military Security Accreditation Authority / Deutsche Militärische IT-Sicherheitsakkreditierungsstelle) ist die zuständige Stelle für die IT-Sicherheitsakkreditierung militärischer Systeme im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Sie prüft und bestätigt die Konformität von IT-Infrastrukturen zur Verarbeitung von Verschlusssachen.

Erläuterung: Eine Zulassung durch die DEUmilSAA ist zwingende Voraussetzung, bevor ein IT-System oder eine Cloud-Umgebung für den operativen Wirkbetrieb mit klassifizierten Daten (z. B. VS-NfD) im militärischen Umfeld freigegeben wird. Die DEUmilSAA bewertet Systemarchitekturen, Systemhärtungen und Schutzkonzepte nach strengen Vorgaben des BSI und militärischen Sicherheitsrichtlinien. Dienstleister wie msg unterstützen Behörden und Industrie bei der DEUmilSAA-konformen Konzeption und Dokumentation.

Digitale Souveränität

Definition: Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit von Staat, Streitkräften und öffentlichen Institutionen, ihre Informationstechnologie selbstbestimmt, unabhängig und sicher zu gestalten, zu betreiben und zu steuern. Sie schützt vor technologischen Abhängigkeiten (Vendor-Lock-in) und garantiert die operative Handlungsfähigkeit in allen Sicherheitslagen.

Erläuterung: Im Kontext von Verteidigung und Sicherheit erfordert Digitale Souveränität die volle Kontrolle über Quellcodes, Daten, IT-Architekturen und Kryptographie. Erreicht wird dies durch offene Standards, modulare Systemarchitekturen, den gezielten Einsatz von Open-Source-Software sowie den Betrieb sovereigner, VS-konformer Cloud-Infrastrukturen. Als OEM-unabhängiger Trusted Advisor unterstützt msg öffentliche Auftraggeber dabei, die technologische Hoheit über ihre verteilten Systeme langfristig zu sichern.

Effektor

Definition: Ein Effektor (Wirkmittel) ist ein technisches System oder Subsystem, das im militärischen Einsatz gezielt zur Erzeugung einer definierten kinetischen oder non-kinetischen Wirkung im Zielgebiet eingesetzt wird. Dazu zählen Artillerie, Lenkwaffen, Drohnen, Störsender (EW) sowie Cyber-Wirkzeuge.

Erläuterung: Im modernen Gefechtsfeld bilden Effektoren das Endglied der Sensor-to-Shooter-Wirkungskette. Über digitale Führungsinformationssysteme werden Ziel- und Aufklärungsdaten von Sensoren in Echtzeit an den optimalen Effektor übermittelt. Durch automatisierte Weaponeering-Anwendungen  werden Effektoren unter Abwägung von Reichweite, Kollateralschaden und Trefferwahrscheinlichkeit präzise den jeweiligen Zielen zugewiesen.

Fähigkeitsbild

Definition:  Ein Fähigkeitsbild ist die ganzheitliche, strukturierte Beschreibung der Soll-Fähigkeiten von Streitkräften zur Erfüllung des verfassungsmäßigen und bündnisbezogenen Auftrags. Es kombiniert Organisation, Personal, Material, Infrastruktur und IT zu einem operativen Gesamtsystem.

Erläuterung: Das Fähigkeitsbild der Bundeswehr leitet sich aus den sicherheitspolitischen Vorgaben des BMVg ab und bildet das zentrale Steuerungselement im Rüstungsplanungsprozess (CPM / PBN). Es definiert Fähigkeitslücken und strukturiert künftige Beschaffungsvorhaben. msg berät Streitkräfte dabei, geopolitische Anforderungsveränderungen in konkrete technologische und organisatorische IT-Fähigkeitsbilder zu übersetzen.

FOE

Definition: Das Future Operating Environment (FOE) beschreibt das prognostizierte künftige operative, technologische und geopolitische Umfeld, in dem Streitkräfte ihre Einsätze planen und durchführen müssen. Es dient als strategische Projektionsfläche zur vorausschauenden Fähigkeitsentwicklung.

Erläuterung: Das FOE ist geprägt von hybrider Kriegführung, KI-gestützten Autonomiesystemen, Quantentechnologie sowie der Verschmelzung aller Operationsdomänen (Multi-Domain Operations). Streitkräfte müssen ihre IT-Architekturen flexibel gestalten, um im FOE die Informations- und Entscheidungsüberlegenheit zu behalten. msg entwickelt agile Software-Defined-Defense-Ansätze, die Streitkräfte bereits heute auf die Herausforderungen des FOE vorbereiten.

Human-in-the-Loop

Definition: Human-in-the-Loop (HITL) bezeichnet den eisernen Grundsatz der militärischen KI-Nutzung, dass der Mensch zu jedem Zeitpunkt die Letztentscheidung und Verantwortung über sicherheitskritische oder lethale Wirkungen behält. KI und Automatisierung dienen rein als Assistenzsysteme.

Erläuterung: Trotz fortschreitender Automatisierung in Aufklärung und Datenanalyse fordern völkerrechtliche und ethische Richtlinien (u. a. der NATO) eine lückenlose menschliche Kontrolle in der Wirkungskette. Bei Systemen wie msg.Strike berechnet die KI in Sekundenschnelle optimale Wirkungsoptionen und schätzt Kollateralschäden (Collateral Damage Estimation), überlässt den finalen Befehl jedoch zwingend dem menschlichen Operator (Targeteer / Commander).

Interoperabilität

Definition: Interoperabilität ist die Fähigkeit militärischer Systeme, Einheiten und Organisationen, nahtlos und effektiv über Teilstreitkräfte-, Behörden- und Bündnisgrenzen (z. B. NATO) hinweg zusammenzuarbeiten. Sie umfasst die technische, prozedurale und operational-organisatorische Dimension.

Erläuterung: Technische Interoperabilität erfordert gemeinsame Datenformate, offene Schnittstellen und standardisierte Protokolle (z. B. STANAGs, NATO Architecture Framework NAFv4). Erst dadurch können Führungsinformationssysteme verschiedener Nationen Lagedaten ohne Medienbrüche austauschen. msg entwickelt interoperable Systemarchitekturen und C2-Addons (z. B. für SitaWare), die den reibungslosen Datenfluss in multinationalen Bündnissen ermöglichen.

ISR

Definition: ISR steht für Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance (Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung). Es umfasst den integrierten Prozess der zeitgerechten Datenerfassung, -fusion und -analyse zur Erstellung eines präzisen militärischen Lagebildes.

Erläuterung: ISR-Systeme nutzen eine Vielzahl von Datenquellen – von unbemannten Flugsystemen (UAVs) und Radarsensoren bis hin zu optischen Systemen –, um zeitkritische Informationen über Räume und Bedrohungen zu gewinnen. Durch den Einsatz von KI-Bilderkennung und automatisierter Datenfusion verarbeiten moderne ISR-Plattformen (wie das tethered Drohnensystem msg.Moewe) gewaltige Datenmengen in Echtzeit und speisen sie direkt in taktische Führungssysteme ein.

KI-Bilderkennung

Definition: KI-Bilderkennung bezeichnet den Einsatz von Verfahren der Künstlichen Intelligenz (z. B. Deep Learning und Convolutional Neural Networks) zur automatisierten Analyse, Klassifizierung und Auswertung von visuellen und multisensorischen Videodaten. Sie dient im Verteidigungsbereich der beschleunigten Lageaufklärung.

Erläuterung: Im militärischen Einsatz und im KRITIS-Schutz entlastet KI-Bilderkennung Operatoren von der manuellen Überwachung stundenlanger Videostreams. Die Algorithmen erkennen Fahrzeuge, Personen, Bewegungsmuster oder Anomalien auch unter schlechten Witterungsbedingungen autonom in Echtzeit. Systeme wie msg.Moewe nutzen integrierte KI-Bilderkennung direkt an der Sensorquelle (Edge Computing), um Bedrohungsmeldungen ohne Zeitverzug an Führungssysteme zu übermitteln.

KRITIS

Definition: KRITIS (Kritische Infrastrukturen) umfasst Organisationen und Einrichtungen von hochgradiger gesellschaftlicher Bedeutung, deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltige Versorgungsengpässe oder erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit zur Folge hätte. Dazu zählen Energie, Wasser, Transport, Telekommunikation, Staat und Verteidigung.

Erläuterung: Betreiber Kritischer Infrastrukturen stehen unter stetig wachsendem Druck durch hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und Sabotage. Der Schutz von KRITIS erfordert ein ganzheitliches Sicherheitskonzept aus physischer Objektsicherung und robuster Cyber-Resilienz. msg berät und realisiert hochsichere IT-Architekturen für den physischen und digitalen KRITIS-Schutz im Einklang mit nationalen Sicherheitsvorgaben.

Kubernetes

Definition: Kubernetes ist eine Open-Source-Plattform zur Automatisierung der Skalierung, Bereitstellung und Verwaltung containerisierter Softwareanwendungen. Im Verteidigungsbereich bildet Kubernetes die Grundlage für flexible, gehärtete Cloud- und Edge-IT-Architekturen.

Erläuterung: Die Orchestrierung von Container-Anwendungen mittels Kubernetes ermöglicht es, moderne Software-Defined-Defense-Anwendungen sowohl in hochsicheren Rechenzentren als auch auf taktischen Endgeräten im Einsatzfeld (Edge Computing) auszuführen. Durch die strikte Trennung von Hardware und Software unterstützt Kubernetes den schnellen, zuverlässigen Austausch von Anwendungsmodulen – auch in isolierten (air-gapped) VS-NfD-Netzwerken.

Make-or-Buy

Definition: Make-or-Buy bezeichnet die strategische Abwägung, ob militärische Fähigkeiten, IT-Systeme oder Softwarekomponenten eigenständig entwickelt (Make) oder als Marktprodukte (COTS/MOTS) beschafft werden sollen (Buy). Sie ist ein zentraler Bestandteil der Bedarfsdeckung in der Verteidigung.

Erläuterung: Angesichts steigender Innovationsgeschwindigkeiten gewinnen Commercial-off-the-Shelf (COTS)-Lösungen an Bedeutung, stoßen jedoch bei speziellen Sicherheits- oder Interoperabilitätsanforderungen an Grenzen. Eine objektive Make-or-Buy-Analyse bewertet Kriterien wie Entwicklungskosten, Speed-of-Relevance, Urheberrechte, Sicherheitsakkreditierung und Unabhängigkeit. msg unterstützt Streitkräfte und Behörden herstellerneutral bei dieser Richtungsentscheidung.

MDO

Definition: Multi-Domain Operations (MDO) beschreiben die koordinierte Planung, Führung und Orchestrierung militärischer Operationen über alle fünf Operationsdomänen hinweg: Land, Luft, See, Cyber- und Informationsraum sowie Weltraum. Ziel ist das Erzielen eines operativen Vorteils durch domänenübergreifende Synchronisation.

Erläuterung: MDO lösen die isolierte Betrachtung einzelner Teilstreitkräfte auf. Sensoren und Effektoren aller Domänen werden in einem gemeinsamen Netz eingebunden, um Lagebilder in Echtzeit zu verdichten und Wirkungen flexibel zu kombinieren. Dies stellt extreme Anforderungen an die IT-Architektur, Interoperabilität und Datenfusion. msg liefert das strategische Consulting und die technologischen Plattformen für die erfolgreiche Umsetzung von MDO-Konzepten.

MIL-STD

Definition: MIL-STD (United States Military Standard) ist eine Reihe von US-amerikanischen Rüstungs- und Ingenieursstandards, die detaillierte technische Anforderungen, Prüfverfahren und Umweltbedingungen für militärische Ausrüstung und IT-Systeme festlegen. Sie bilden weltweite Referenzwerte für die Wehrtechnik.

Erläuterung: MIL-STDs (wie MIL-STD-810 für Umweltprüfungen oder MIL-STD-461 für elektromagnetische Verträglichkeit) tragen dazu bei, dass Verteidigungsgüter auch unter extremen physikalischen Belastungen voll funktionsfähig bleiben. In der Softwareentwicklung definieren Schnittstellen-MIL-STDs (wie MIL-STD-2525 für militärische Symbole) die Interoperabilität mit Bündnispartnern. msg entwickelt und integriert Systeme unter konsequenter Beachtung dieser militärischen Prüfnormen.

Missionsökosystem

Definition: Ein Missionsökosystem ist ein hochintegrierter, digitaler Systemverbund, der heterogene Aufklärungssensoren, Führungsinformationssysteme, KI-Services und Effektoren zu einer gemeinsamen operationalen Arbeitsumgebung zusammenführt. Es unterstützt den gesamten Missionslebenszyklus.

Erläuterung: Statt isolierter Einzelanwendungen bildet das Missionsökosystem eine agile Plattform, auf der Daten teilstreitkräfteübergreifend und in Echtzeit ausgetauscht werden. Über offene Schnittstellen lassen sich Speziallösungen nahtlos integrieren. msg entwickelt und betreut solche resilienten Missionsökosysteme herstellerunabhängig.

NAFv4@ADMBw

Definition: NAFv4@ADMBw bezeichnet die für die Bundeswehr spezifische Ausprägung des NATO Architecture Frameworks Version 4 (NAFv4), integriert in das Architekturdatenmodell der Bundeswehr (ADMBw). Das Rahmenwerk dient der standardisierten Modellierung komplexer Enterprise-IT- und Systemarchitekturen.

Erläuterung: Um die Bündnis- und Interoperabilitätsfähigkeit der Streitkräfte sicherzustellen, beschreibt NAFv4@ADMBw IT-Systeme, Geschäftsprozesse, Capabilities und deren Abhängigkeiten in einer einheitlichen Syntax. Dies schafft Transparenz über die gesamte IT-Landschaft der Bundeswehr. msg verfügt über nachgewiesene Expertise in der Anwendung von NAFv4@ADMBw zur Modellierung zukunftssicherer Rüstungs- und Digitalisierungsvorhaben.

NATO C3

Definition: NATO C3 steht für Consultation, Command, and Control. Es umfasst die Richtlinien, Standards und technischen Referenzarchitekturen der NATO zur Sicherstellung der Führungsfähigkeit und der sicheren Informationsverarbeitung in multinationalen Operationen.

Erläuterung: Der NATO C3-Rahmen stellt sicher, dass Mitgliedstaaten ihre nationalen Command-and-Control-Systeme (C2) so gestalten, dass sie in gemeinsamen Combined Joint Task Forces nahtlos zusammenarbeiten können. Dies deckt das Spektrum von taktischen Funknetzen bis zu strategischen Datenverbünden (C4ISR) ab. Systemlösungen von msg werden nach NATO C3-Vorgaben entwickelt, um maximale Bündniskompatibilität zu ermöglichen.

OEM

Definition: OEM steht für Original Equipment Manufacturer (Erstausrüster) und bezeichnet Hersteller, die eigene Originalkomponenten oder Komplettsysteme produzieren. Im Rüstungssektor sind dies die großen Systemhäuser.

Erläuterung: Während OEMs primär herstellerspezifische Hardware- und Softwaresysteme vertreiben, benötigt der öffentliche Auftraggeber herstellerneutrale Partner. Eine OEM-unabhängige Beratung evaluiert Lösungsansätze objektiv und orientiert sich ausschließlich an den operativen Anforderungen der Streitkräfte. msg agiert als herstellerunabhängiger Trusted Advisor für die nahtlose Systemintegration unterschiedlicher OEM-Produkte.

SASPF

Definition: SASPF steht für Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien und ist die zentrale, SAP-basierte Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Landschaft der Bundeswehr. Sie steuert bundesweit alle administrativen und logistischen Prozesse.

Erläuterung: SASPF bildet das betriebswirtschaftliche und logistische Rückgrat der deutschen Streitkräfte. Das System unterstützt Verfahren in den Bereichen Materialbewirtschaftung, Personalwesen, Rechnungswesen, Instandhaltung und Einsatzlogistik. msg berät und unterstützt die Bundeswehr bei der Weiterentwicklung, Prozessoptimierung und Cloud-Transformation von SASPF-Anwendungen zur Erhöhung der materiellen Einsatzbereitschaft.

Security by Design

Definition: Security by Design ist ein methodischer Entwicklungsansatz, bei dem IT-Sicherheitsanforderungen, Datenschutz und Schutzkonzepte von Beginn an fest in die Systemarchitektur und den Software-Lebenszyklus integriert werden.

Erläuterung: Anstatt Sicherheit nachträglich durch Aufsatzlösungen zu ergänzen, verankert Security by Design Härtungsmaßnahmen, Verschlüsselung und Zugriffskontrollen direkt im Quellcode und in der Infrastruktur. Für militärische IT-Projekte reduziert dies Risiken drastisch und verkürzt die Zeiten für Sicherheitsakkreditierungen (z. B. durch DEUmilSAA oder BSI) für Verschlusssachenbereiche (VS-NfD).

Sensor-to-Shooter

Definition: Sensor-to-Shooter bezeichnet die durchgängige, digital vernetzte Informations- und Wirkungskette von der Zielerfassung durch einen Aufklärungssensor bis zur Wirkungserzeugung durch einen Effektor.

Erläuterung: Das Hauptziel moderner Sensor-to-Shooter-Architekturen ist die drastische Verkürzung des Zeitintervalls zwischen Aufklärung und Wirkung (OODA-Loop). Durch automatisierte Datenverarbeitung, KI-Bilderkennung und intelligente Matchingsysteme werden Zielkoordinaten ohne Zeitverlust und ohne manuelle Schnittstellenbrüche an das optimale Wirkmittel übermittelt.

SIEM

Definition: SIEM (Security Information and Event Management) bezeichnet Softwarelösungen zur zentralen Echtzeit-Sammlung, Analyse und Korrelation von Sicherheitsdaten und Logfiles aus verteilten IT-Infrastrukturen. Es dient der frühzeitigen Erkennung von Cyberbedrohungen.

Erläuterung: SIEM-Systeme aggregieren Ereignisdaten aus Netzwerken, Servern und Sicherheitsanwendungen, um durch automatisierte Regelsätze und KI-Mustererkennung Cyberangriffe zu identifizieren. In Verteidigungs- und VS-NfD-Infrastrukturen bilden SIEM-Lösungen die technische Basis für das Security Operations Center (SOC), um Compliance-Nachweise nach BSI-Standards lückenlos zu erbringen.

SOC

Definition: Ein SOC (Security Operations Center) ist eine zentrale organisatorische und technische Einheit zur kontinuierlichen Überwachung, Analyse und Abwehr von Cybersicherheitsvorfällen in IT- und Kommunikationslandschaften.

Erläuterung: Im SOC analysieren Sicherheitsspezialistinnen und -spezialisten rund um die Uhr (24/7) Sicherheitsmeldungen aus SIEM-Systemen. Bei erkannten Bedrohungen initiieren sie umgehend Incident-Response-Prozesse zur Schadensbegrenzung. Im Verteidigungssektor müssen SOCs gehärtete, VS-konforme Sicherheitsanforderungen erfüllen, um auch klassifizierte Netze vor komplexen Angriffen (APTs) zu schützen.

Software-Defined Defense

Definition: Software-Defined Defense bezeichnet das Paradigma, militärische Schlagkraft und operative Fähigkeiten primär durch flexible Softwarearchitekturen, Daten und digitale Vernetzung statt durch starre Hardwareplattformen zu bestimmen.

Erläuterung: Durch das Entkoppeln der Anwendungssoftware von der zugrundeliegenden Hardware lassen sich Waffensysteme, Aufklärungssensoren und Führungsplattformen durch reine Softwareupdates kontinuierlich an neue Bedrohungslagen anpassen. Dies verkürzt Innovationszyklen drastisch und stellt die Grundlage für Multi-Domain Operations dar. msg entwickelt die dafür nötigen modularen Software-Architekturen und VS-konformen Entwicklungsplattformen.

Speed of Relevance

Definition: Speed of Relevance beschreibt die Fähigkeit, technologische Innovationen, Softwareupdates und neue operative Fähigkeiten schneller zu entwickeln und feldverwendbar einzusetzen, als sich gegnerische Bedrohungen fortentwickeln.

Erläuterung: Im modernen Systemwettbewerb entscheidet nicht mehr allein die Masse an Großgerät, sondern das Anpassungstempo digitaler Systeme. Speed of Relevance erfordert agile Entwicklungsmethoden (BizDevOps), modulare Architekturen und beschleunigte Akkreditierungs- und Beschaffungswege. msg realisiert Software-Lösungen (wie msg.Strike), die Entscheidungsprozesse von Stunden auf Sekunden verkürzen.

System of Systems (SoS)

Definition: Ein System of Systems (SoS / System von Systemen) ist ein übergeordneter Verbund aus mehreren eigenständigen, operational und administrativ unabhängigen Teilsystemen, die zur Erbringung einer komplexen Gesamtfähigkeit zusammenwirken.

Erläuterung: In einem System of Systems behalten die einzelnen Komponenten (z. B. ein Aufklärungsflugzeug, ein Panzersystem und eine Bodenstation) ihren primären Zweck, erzeugen jedoch durch digitale Vernetzung und Datenaustausch einen Mehrwert, den kein Teilsystem allein erzielen könnte. msg unterstützt Streitkräfte bei der Orchestrierung und Integration komplexer SoS-Architekturen über offene Schnittstellenstandards.

VS-NfD

Definition: VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch) ist die unterste staatliche Geheimhaltungsstufe für Informationen in Deutschland, deren Kenntnisnahme durch Unbefugte den Interessen der Bundesrepublik oder eines ihrer Länder abträglich sein kann.

Erläuterung: Die Verarbeitung, Speicherung und Übertragung von VS-NfD-Dokumenten erfordert speziell gehärtete IT-Systeme, zertifizierte Verschlüsselungsprodukte und zugelassene Betriebsumgebungen nach BSI-Vorgaben. Mit der Plattform msg.Vysthos stellt msg eine vollumfänglich VS-NfD-konforme Full-Managed-Cloud-Infrastruktur bereit, die behörden- und partnerübergreifende Projektarbeit im Geheimschutzumfeld ab Tag eins ermöglicht.

Weaponeering

Definition: Weaponeering bezeichnet den militärfachlichen Prozess der Analyse und Berechnung, um das optimal geeignete Wirkmittel (Effektor) zur erfolgreichen Bekämpfung eines spezifischen Ziels auszuwählen.

Erläuterung: Beim Weaponeering werden physikalische Wirkungsradien, Zielverwundbarkeiten, Trefferwahrscheinlichkeiten, verfügbare Munitionsarten und taktische Einsatzregeln (ROE) miteinander verrechnet. Ein essenzieller Teil ist die Kollateralschadenschätzung (Collateral Damage Estimation nach CJCSI 3160.01). Der KI-gestützte Service msg.Strike automatisiert diesen komplexen Rechenprozess und liefert Targeteern valide Entscheidungsgrundlagen in Sekundenschnelle.

Zero Trust

Definition: Zero Trust ist ein IT-Sicherheitsmodell, das nach dem Grundsatz „Never Trust, Always Verify“ arbeitet. Kein Nutzer, Gerät oder Dienst erhält implizites Vertrauen – unabhängig davon, ob der Zugriff von außerhalb oder innerhalb des Netzwerks erfolgt.

Erläuterung: Im Zero-Trust-Modell wird jede Zugriffsanforderung kontinuierlich authentifiziert, autorisiert und verschlüsselt. Durch Mikrosegmentierung von Netzwerken und das Prinzip der kleinsten Rechte (Least Privilege) verhindert Zero Trust die seitliche Ausbreitung von Angreifern im System. Für Streitkräfte und Behörden ist Zero Trust unverzichtbar, um hybride Cloud-Umgebungen und verteilte taktische Netze zuverlässig abzusichern.

ITK-Kompetenz für souveräne Lösungen

Ganzheitliche Expertise für die Verteidigung von morgen

Moderne Verteidigungsfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel von Technologie, Organisation und operativer Exzellenz. Wir unterstützen unsere Kunden entlang des gesamten Lebenszyklus missionskritischer Systeme – von der strategischen Ausrichtung über Engineering und Integration bis hin zum sicheren Betrieb.

Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für moderne Verteidigungsfähigkeit:

  • Mission & Strategie: Multi-Domain Operations, Governance, Architektur und Fähigkeitsentwicklung
  • Engineering & Systeme: Hardware- und Softwareentwicklung, Integration und Interoperabilität
  • Cyber & Souveränität: Sichere IT-Infrastrukturen, Informationssicherheit und digitale Resilienz
  • Innovation & Wirkung: KI, Software-Defined Defense und digitale Missionsökosysteme

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