Unser IT-Glossar für
Defense & Aerospace
Moderne Verteidigung von A bis Z
IT- Fachbegriffe & -Standards verständlich erklärt
Die Verteidigung von morgen entsteht im Spannungsfeld von geopolitischen Herausforderungen, digitaler Transformation und technologischer Innovation. Themen wie Multi-Domain Operations (MDO), digitale Souveränität, Künstliche Intelligenz, Cyber-Resilienz und Interoperabilität gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.
Unser Glossar unterstützt Streitkräfte, Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Unternehmen der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie mit verständlichen und praxisnahen Erläuterungen zentraler Begriffe und Abkürzungen. Als Trusted Advisor für Defense & Aerospace verbinden wir militärisches Verständnis mit Technologie- und Digitalisierungskompetenz und schaffen Orientierung in einem zunehmend komplexen Umfeld.
AQAP
AQAP steht für Allied Quality Assurance Publications. Es handelt sich um von der NATO entwickelte Qualitäts- und Managementstandards für die Verteidigungs- und Rüstungsindustrie. Sie ergänzen zivile Normen wie die ISO 9001 um militärische Anforderungen und stellen sicher, dass Produkte, Systeme und Dienstleistungen auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen den geforderten Qualitätsstandards entsprechen.
Architekturhoheit
Architekturhoheit beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, die Kontrolle über Aufbau, Weiterentwicklung und Integration ihrer IT- und Systemlandschaften zu behalten. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für digitale Souveränität, Interoperabilität und langfristige technologische Unabhängigkeit.
BAAINBw
Das BAAInBWw steht für das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Es ist eine zivile Bundesoberbehörde mit Hauptsitz in Koblenz. Als zentraler Einkäufer und technischer Dienstleister entwickelt, erprobt und beschafft die Behörde die gesamte Ausrüstung für die deutschen Streitkräfte.
BizDevOps
BizDevOps verbindet Fachbereiche (Business), Entwicklung (Development) und Betrieb (Operations) zu einem integrierten Arbeitsmodell. Ziel ist es, digitale Fähigkeiten schneller bereitzustellen, kontinuierlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Einsatzfähigkeit zu erfüllen.
BOS
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) umfassen unter anderem Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienste sowie weitere sicherheitsrelevante Behörden. Sie spielen insbesondere im Kontext der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge eine zentrale Rolle.
CIR
Cyber- und Informationsraum (CIR) bezeichnet die militärische Operationsdomäne, die digitale Infrastrukturen, Netzwerke, Informationsflüsse sowie Cyberoperationen umfasst. Sie gilt heute als gleichwertiger Operationsraum neben Land, Luft, See und Weltraum.
Commander's Intent
Der Commander's Intent beschreibt die Absicht und das gewünschte Endergebnis eines militärischen Führers. Er dient als Leitlinie für Entscheidungen und Handlungen untergeordneter Ebenen und ermöglicht eine flexible Umsetzung von Aufträgen auch in dynamischen Situationen.
DEUmilSAA
Die German Military Security Accreditation Authority (DEUmilSAA) ist die zuständige Stelle für Sicherheitsakkreditierungen militärischer IT-Systeme in Deutschland. Sie bewertet sicherheitsrelevante Systeme und bestätigt deren Eignung für den vorgesehenen Einsatz.
Digitale Souveränität
Unter Digitaler Souveränität versteht man die Summe aller Fähigkeiten und Rahmenbedingungen, die staatliche Institutionen benötigen, um Informationstechnologie selbstbestimmt, unabhängig und sicher nutzen sowie gestalten zu können. Dies beinhaltet die Vermeidung von Lock-in-Effekten proprietärer Anbieter, die Etablierung offener Standards und den strategischen Einsatz von Open-Source-Software in Behörden.
Effektor
Ein Effektor ist ein System oder Wirkmittel, das zur Erzeugung einer gewünschten Wirkung eingesetzt wird. Dazu zählen beispielsweise Lenkflugkörper, Artilleriesysteme, elektronische Wirkmittel oder Cyberfähigkeiten.
Fähigkeitsbild
Ein Fähigkeitsbild beschreibt die organisatorischen, personellen, technologischen und operativen Fähigkeiten, die erforderlich sind, um definierte militärische Aufgaben oder Einsätze erfolgreich erfüllen zu können.
FOE
FOE steht für Future Operating Environment und beschreibt das zukünftige sicherheitspolitische, technologische und operative Umfeld von Streitkräften. Es dient als Grundlage für die Entwicklung neuer Fähigkeiten, Technologien und Einsatzkonzepte.
Human-in-the-Loop
Human-in-the-Loop bezeichnet den Grundsatz, dass Menschen trotz Automatisierung und Künstlicher Intelligenz die letztendliche Kontrolle über sicherheitskritische Entscheidungen behalten.
Interoperabilität
Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von Streitkräften, IT-Systemen und Ausrüstung, reibungslos und effizient mit den Einheiten anderer Nationen oder Teilstreitkräfte zusammenzuarbeiten. Sie ist der Schlüssel für multinationale Bündnisse wie die NATO, um gemeinsame Einsätze, Kommunikation und Logistik ohne Reibungsverluste zu koordinieren.
ISR
ISR steht für Intelligence, Surveillance and Reconnaissance. Der Begriff umfasst die Gewinnung, Auswertung und Bereitstellung von Informationen durch Aufklärung, Überwachung und Erkundung zur Unterstützung militärischer Entscheidungen.
KI-Bilderkennung
KI-Bilderkennung nutzt Verfahren der Künstlichen Intelligenz, um Objekte, Personen, Fahrzeuge oder Ereignisse in Bild- und Videodaten automatisch zu erkennen, zu klassifizieren und auszuwerten.
KRITIS
KRITIS steht für Kritische Infrastrukturen. Dazu zählen Einrichtungen und Systeme, deren Ausfall erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit, die Versorgung der Bevölkerung oder staatliche Funktionen hätte.
Kubernetes
Kubernetes ist eine Open-Source-Plattform zur Verwaltung und Orchestrierung containerisierter Anwendungen. Sie ermöglicht den skalierbaren und hochverfügbaren Betrieb moderner Softwarelösungen.
Make-or-Buy
Make-or-Buy beschreibt die strategische Entscheidung, ob eine Fähigkeit, Software oder Technologie selbst entwickelt oder extern beschafft werden soll.
MIL-STD
Der United Stades Military Standard bezeichnet eine Sammlung Standards des US-Militärs, die technische Anforderungen, Prüfverfahren und Qualitätskriterien für Produkte und Systeme definieren.
MDO
Multi-Domain Operations (MDO) beschreiben die koordinierte Planung und Durchführung von Operationen über mehrere Domänen hinweg. Dazu zählen Land, Luft, See, Weltraum sowie der Cyber- und Informationsraum. Ziel ist es, Informationen, Wirkungen und Entscheidungen domänenübergreifend zu vernetzen und dadurch einen operativen Vorteil zu erzielen.
Missionsökosystem
Ein Missionsökosystem ist eine vernetzte digitale Umgebung aus Systemen, Anwendungen, Datenquellen und Services, die gemeinsam die Planung, Führung und Durchführung von Einsätzen unterstützen.
NAFv4@ADMBw
NAFv4@ADMBw ist ein für die Bundeswehr angepasster Architekturrahmen auf Basis des NATO Architecture Frameworks. Es definiert einen Standard zur Beschreibung und Entwicklung von Architekturen im militärischen Umfeld. Ziel ist es, komplexe Systeme einheitlich darzustellen und vergleichbar zu machen – auch über Nationen und Organisationen hinweg. Im Kern geht es um Enterprise Architecture, also die strukturierte Abbildung von IT-Systemen, Prozessen und deren Zusammenspiel mit dem Ziel, Interoperabilität und Entscheidungsfähigkeit zu verbessern.
NATO C3
NATO C3 steht für Consultation, Command and Control und bezeichnet Standards und Referenzmodelle zur Sicherstellung von Führungsfähigkeit und Interoperabilität innerhalb der NATO.
OEM
OEM steht für Original Equipment Manufacturer. Als OEM werden Hersteller bezeichnet, die Produkte oder Komponenten entwickeln und produzieren. OEM-unabhängige Beratung bewertet Lösungen herstellerneutral und orientiert sich ausschließlich an den Anforderungen des Auftraggebers.
SASPF
SASPF steht für Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien der Bundeswehr. Es bildet die zentrale ERP-Landschaft der Bundeswehr zur Unterstützung von Logistik-, Material-, Finanz- und Personalprozessen.
Security by Design
Security by Design ist ein Entwicklungsansatz, bei dem Sicherheitsanforderungen bereits in der Planung und Architektur berücksichtigt werden und nicht erst nachträglich ergänzt werden.
Sensor-to-Shooter
Sensor-to-Shooter beschreibt die durchgängige Informations- und Wirkungskette von der Erfassung eines Ziels durch Sensoren bis zur Wirkungserzeugung durch einen Effektor.
SIEM
Security Information and Event Management (SIEM) bezeichnet Systeme zur zentralen Sammlung, Auswertung und Korrelation sicherheitsrelevanter Ereignisse, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen.
SOC
Ein Security Operations Center (SOC) überwacht kontinuierlich IT-Systeme und Netzwerke, erkennt Sicherheitsvorfälle und koordiniert Gegenmaßnahmen.
Software-Defined Defense
Software-Defined Defence beschreibt einen grundlegenden Wandel in der Verteidigungstechnologie: Operative Fähigkeiten werden nicht mehr primär durch Hardware bestimmt, sondern durch Software, Daten und digitale Architektur. Systeme lassen sich dadurch schneller anpassen, erweitern und miteinander vernetzen, um auf sich wandelnde Bedrohungslagen reagieren zu können.
Speed of Relevance
Speed of Relevance beschreibt die Fähigkeit, neue Technologien und Fähigkeiten schneller in den Einsatz zu bringen als sich Bedrohungen und Anforderungen weiterentwickeln.
System of Systems (SoS)
Ein System von Systemen bezeichnet einen Verbund aus mehreren eigenständigen, funktionsfähigen Teilsystemen. Nicht das einzelne System bestimmt die Gesamtleistung, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche Systeme zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem zu vernetzen. Dabei bleiben die einzelnen Systeme eigenständig und erfüllen weiterhin ihren ursprünglichen Zweck. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht Fähigkeiten, die kein System allein bereitstellen könnte.
VS-NfD
VS-NfD steht für Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch. Es handelt sich um die niedrigste deutsche Verschlusssachen-Einstufung für schutzbedürftige Informationen.
Weaponeering
Weaponeering bezeichnet die Analyse und Auswahl des optimalen Wirkmittels zur Bekämpfung eines Ziels. Dabei werden Faktoren wie Wirksamkeit, Risiko, Zeit, Kollateralschäden und verfügbare Ressourcen berücksichtigt.
Zero Trust
Zero Trust ist ein Sicherheitsmodell, bei dem keinem Nutzer, Gerät oder System automatisch vertraut wird – auch nicht innerhalb eines behördlichen Netzwerks. Jeder Zugriff wird kontinuierlich geprüft, authentifiziert und autorisiert. Grundlage sind Prinzipien wie starke Identitätsprüfung, minimale Zugriffsrechte, Netzwerksegmentierung und laufende Überwachung. Für die öffentliche Verwaltung ist Zero Trust besonders relevant, weil hybride Arbeitsmodelle, Cloud-Nutzung und vernetzte Fachverfahren klassische Sicherheitsgrenzen zunehmend auflösen.
ITK-Kompetenz für souveräne Lösungen
Ganzheitliche Expertise für die Verteidigung von morgen
Moderne Verteidigungsfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel von Technologie, Organisation und operativer Exzellenz. Wir unterstützen unsere Kunden entlang des gesamten Lebenszyklus missionskritischer Systeme – von der strategischen Ausrichtung über Engineering und Integration bis hin zum sicheren Betrieb.
Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für moderne Verteidigungsfähigkeit:
- Mission & Strategie: Multi-Domain Operations, Governance, Architektur und Fähigkeitsentwicklung
- Engineering & Systeme: Hardware- und Softwareentwicklung, Integration und Interoperabilität
- Cyber & Souveränität: Sichere IT-Infrastrukturen, Informationssicherheit und digitale Resilienz
- Innovation & Wirkung: KI, Software-Defined Defense und digitale Missionsökosysteme