Eingabehilfen öffnen

  • Inhaltsskalierung 100%
  • Schriftgröße 100%
  • Zeilenhöhe 100%
  • Buchstabenabstand 100%

KI-Blog

"In der Bevölkerung fehlt oft
das Bewusstsein darüber, was KI bedeutet"

Seit 2021 ist msg Mitglied beim KI Bundesverband – Deutschlands größtem KI-Netzwerk. Im Interview spricht Jörg Bienert, Vorstandsvorsitzender und Gründungsmitglied des Verbands, mit Mark-W. Schmidt über die Potentiale der Partnerschaft. Schmidt ist Leiter für den Bereich KI bei msg.

1. Herr Bienert, was genau ist der KI Bundesverband?

Jörg Bienert: Wir sind das größte Netzwerk für KI-Unternehmen in Deutschland mit mehr als 400 Mitgliedern. Unser Ziel ist ein aktives, erfolgreiches und nachhaltiges KI-Ökosystem in Deutschland und Europa. Wir stehen an der Seite der KI-Unternehmerinnen und -unternehmer, indem wir ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Medien vertreten. Außerdem ermöglichen wir ihnen, aus den gegenseitigen Erfahrungen zu lernen.

2. Herr Schmidt, inwieweit passen die Mission und Ziele vom KI Bundesverband zu der Position von msg?

Mark-W. Schmidt: : Die Mission des Bundesverbandes ist, dass die KI-Technologie im Rahmen von europäischen und demokratischen Werten eingesetzt wird und Europa digitale Souveränität erreicht. Auch msg macht sich dazu im Unternehmenskontext Gedanken, da sich Kundinnen und Kunden von der Funktionalität und Verfügbarkeit von Lösungen großer Unternehmen abhängig machen. Wir denken hier im größeren Stil über die digitale Souveränität Europas nach. Deshalb unterstützen wir den Ausbau des europäischen KI-Ökosystems, um eine vollkommene Abhängigkeit von den USA und China zu verhindern.

 

3. KI-Technologie soll laut den Zielen des KI Bundesverbandes im Sinne europäischer und demokratischer Werte angewendet werden. Wie lässt sich dies sicherstellen?

Bienert: Die digitale Souveränität in Europa ist gerade im Hinblick auf große KI-Modelle aus den USA und China in Gefahr. Hier soll „LEAM“ (Large European AI Models), eine Initiative des KI Bundesverbandes zum Training großer europäischer KI-Modelle, entgegen wirken. Als europäisches Netzwerk wollen damit als starker globaler Akteur mit der Verwirklichung europäischer Werte auftreten.

 

4. Gibt es denn wirklich eine Art „Kluft” zwischen der EU und den USA bei der Entwicklung von KI-Standards?

Schmidt: Es stimmt schon: In Europa legen wir einen größeren Wert auf Datenschutz als in anderen Ländern das der Fall ist. Dennoch unternehmen die USA viele Schritte, um den Auswirkungen neuer Technologien auf die Gesellschaft und auf die Privatsphäre des Einzelnen Rechnung zu tragen. Nennenswert an dieser Stelle sei die amerikanische Bundeshandelskommission (Federal Trade Commission, FTC). Diese hat z.B. Regulierungen erlassen, die Diskriminierung durch Algorithmen aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Religion, oder Geschlecht untersagen. Wir können uns schon auf mehr Regulierungen aus den USA einstellen.

 

5. Der Bundesverband hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Innovationskraft in Deutschland zu stärken. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei besonders?

Bienert: In der Bevölkerung fehlt oft das Bewusstsein darüber, was KI bedeutet und wie es sinnvoll und effizient eingesetzt werden kann. Viele haben noch Vorstellungen von einer gefährlichen KI, die den Menschen von seinen Arbeitsplätzen verdrängen wird. Auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen fehlt es noch an Akzeptanz und Willen, KI im eigenen Unternehmen einzusetzen. Außerdem mangelt es besonders kleinen Unternehmen oft am Zugang zu genügend Daten, um die KI trainieren zu können. Dadurch wird die Innovationskraft von KI-Start-ups gehemmt.

Zudem erwarten wir große Probleme durch die KI-Regulierung der Europäischen Union. Wir begrüßen die Intention, Rechtsunsicherheiten im Bereich der KI mit dem EU AI Act abzubauen. Die aktuelle Fassung schießt jedoch weit über das ursprüngliche Ziel hinaus und stellt daher gerade für Start-ups hinsichtlich KI-Innovationen ein Hindernis dar.

Schmidt: Auch ich befürchte, dass eine Überregulierung negative Effekte auf die Innovationskraft der deutschen KI-Gründerszene haben könnte. Gleichzeitig ist eine Regulierung wie der AI Act notwendig, um zu gewährleisten, dass der Einsatz KI-basierter Systeme keine negativen Auswirkungen auf Sicherheit, Gesundheit und Grundrechte von Menschen hat. Aber eine Regulierung darf nicht zu weit gehen, um das Innovationspotenzial nicht zu hemmen. Positiv ist, dass sich der Europäische Rat offen für Input aus der Wirtschaft zeigt.

 

6. Was sind konkrete Schritte, um diesen Herausforderungen zu begegnen?

Bienert: Momentan ist eine Datenmonopolisierung großer internationaler Unternehmen zu beobachten. Die Bereitstellung von Daten durch staatliche Behörden kann hier eine enorme Verbesserung der Datenarmut bedeuten. Auch ein Angebot eines Datenmarktplatzes, eines Dateninstituts oder Open-Data-Pool, kann die Datenhürden überwinden. Sinnvoll wäre außerdem eine Überarbeitung der Datenstrategie der Bundesregierung und der DSGVO, um Innovationspotenziale zu steigern und Rechtsunsicherheiten abzubauen.

Schmidt: Die Identifikation und Beschaffung von geeigneten Testdaten in ausreichender Menge ist eine Herausforderung für alle Unternehmen. Organisationen tun also gut daran, eine eigene Datenstrategie für deren digitale Transformation zu erarbeiten und kontinuierlich umzusetzen. Das stellt viele jedoch vor eine Herausforderung. Welche Daten sind in welcher Qualität und an welcher Stelle bereits nutzbar? Welche Technologien werden benötigt, um ein reibungsloses Datenmanagement zu etablieren und die benötigten Daten zielorientiert bereitstellen bzw. nutzen zu können? Wir beraten unsere Kunden in Business Alignment- Workshops, definieren gemeinsam gewinnbringende KI-Anwendungsfälle und setzen diese mit unserer über 40-jährigen Branchen- und Softwareengineering-Kompetenz in die Realität um.

 

7. Gibt es erste Erfolgsprojekte oder -beispiele, von denen Sie berichten können?

Bienert: Als Leuchtturmprojekte lassen sich LEAM und OpenGPT-X nennen. Der letzte Meilenstein von LEAM ist die Machbarkeitsstudie, bei der die Potentiale von Foundation-Modellen in Deutschland untersucht . Bei OpenGPT-X werden große KI-Sprachmodelle entwickelt, die neue datenbasierte Business-Lösungen ermöglichen und sich speziell an europäische Bedürfnisse richten. Hier gibt es nennenswerte Fortschritte beim Ausbau der KI-Infrastruktur unserer Partner.

Schmidt: Wie bereits erwähnt, ist auch msg klarer Unterstützer der LEAM-Initiative. Zudem ist msg ein Day-One-Member von Gaia-X und Gründungsmitglied der International Data Spaces Association (IDSA), die Regeln und eine Referenzarchitektur als Standard zur Nutzung von Daten über Unternehmensgrenzen hinweg spezifiziert. Gaia-X hat sich den Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa zum Ziel gesetzt. Zusammen mit unserem Engagement in der IDSA-Vereinigung gestalten wir aktiv den Funktionsumfang von Gaia-X und schaffen so Mehrwerte gemeinsam für und mit unseren Kunden.

1. Herr Bienert, was genau ist der KI Bundesverband?

Jörg Bienert: Wir sind das größte Netzwerk für KI-Unternehmen in Deutschland mit mehr als 400 Mitgliedern. Unser Ziel ist ein aktives, erfolgreiches und nachhaltiges KI-Ökosystem in Deutschland und Europa. Wir stehen an der Seite der KI-Unternehmerinnen und -unternehmer, indem wir ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Medien vertreten. Außerdem ermöglichen wir ihnen, aus den gegenseitigen Erfahrungen zu lernen.

2. Herr Schmidt, inwieweit passen die Mission und Ziele vom KI Bundesverband zu der Position von msg?

Mark-W. Schmidt: : Die Mission des Bundesverbandes ist, dass die KI-Technologie im Rahmen von europäischen und demokratischen Werten eingesetzt wird und Europa digitale Souveränität erreicht. Auch msg macht sich dazu im Unternehmenskontext Gedanken, da sich Kundinnen und Kunden von der Funktionalität und Verfügbarkeit von Lösungen großer Unternehmen abhängig machen. Wir denken hier im größeren Stil über die digitale Souveränität Europas nach. Deshalb unterstützen wir den Ausbau des europäischen KI-Ökosystems, um eine vollkommene Abhängigkeit von den USA und China zu verhindern.

 

3. KI-Technologie soll laut den Zielen des KI Bundesverbandes im Sinne europäischer und demokratischer Werte angewendet werden. Wie lässt sich dies sicherstellen?

Bienert: Die digitale Souveränität in Europa ist gerade im Hinblick auf große KI-Modelle aus den USA und China in Gefahr. Hier soll „LEAM“ (Large European AI Models), eine Initiative des KI Bundesverbandes zum Training großer europäischer KI-Modelle, entgegen wirken. Als europäisches Netzwerk wollen damit als starker globaler Akteur mit der Verwirklichung europäischer Werte auftreten.

 

4. Gibt es denn wirklich eine Art „Kluft” zwischen der EU und den USA bei der Entwicklung von KI-Standards?

Schmidt: Es stimmt schon: In Europa legen wir einen größeren Wert auf Datenschutz als in anderen Ländern das der Fall ist. Dennoch unternehmen die USA viele Schritte, um den Auswirkungen neuer Technologien auf die Gesellschaft und auf die Privatsphäre des Einzelnen Rechnung zu tragen. Nennenswert an dieser Stelle sei die amerikanische Bundeshandelskommission (Federal Trade Commission, FTC). Diese hat z.B. Regulierungen erlassen, die Diskriminierung durch Algorithmen aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Religion, oder Geschlecht untersagen. Wir können uns schon auf mehr Regulierungen aus den USA einstellen.

 

5. Der Bundesverband hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Innovationskraft in Deutschland zu stärken. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei besonders?

Bienert: In der Bevölkerung fehlt oft das Bewusstsein darüber, was KI bedeutet und wie es sinnvoll und effizient eingesetzt werden kann. Viele haben noch Vorstellungen von einer gefährlichen KI, die den Menschen von seinen Arbeitsplätzen verdrängen wird. Auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen fehlt es noch an Akzeptanz und Willen, KI im eigenen Unternehmen einzusetzen. Außerdem mangelt es besonders kleinen Unternehmen oft am Zugang zu genügend Daten, um die KI trainieren zu können. Dadurch wird die Innovationskraft von KI-Start-ups gehemmt.

Zudem erwarten wir große Probleme durch die KI-Regulierung der Europäischen Union. Wir begrüßen die Intention, Rechtsunsicherheiten im Bereich der KI mit dem EU AI Act abzubauen. Die aktuelle Fassung schießt jedoch weit über das ursprüngliche Ziel hinaus und stellt daher gerade für Start-ups hinsichtlich KI-Innovationen ein Hindernis dar.

Schmidt: Auch ich befürchte, dass eine Überregulierung negative Effekte auf die Innovationskraft der deutschen KI-Gründerszene haben könnte. Gleichzeitig ist eine Regulierung wie der AI Act notwendig, um zu gewährleisten, dass der Einsatz KI-basierter Systeme keine negativen Auswirkungen auf Sicherheit, Gesundheit und Grundrechte von Menschen hat. Aber eine Regulierung darf nicht zu weit gehen, um das Innovationspotenzial nicht zu hemmen. Positiv ist, dass sich der Europäische Rat offen für Input aus der Wirtschaft zeigt.

 

6. Was sind konkrete Schritte, um diesen Herausforderungen zu begegnen?

Bienert: Momentan ist eine Datenmonopolisierung großer internationaler Unternehmen zu beobachten. Die Bereitstellung von Daten durch staatliche Behörden kann hier eine enorme Verbesserung der Datenarmut bedeuten. Auch ein Angebot eines Datenmarktplatzes, eines Dateninstituts oder Open-Data-Pool, kann die Datenhürden überwinden. Sinnvoll wäre außerdem eine Überarbeitung der Datenstrategie der Bundesregierung und der DSGVO, um Innovationspotenziale zu steigern und Rechtsunsicherheiten abzubauen.

Schmidt: Die Identifikation und Beschaffung von geeigneten Testdaten in ausreichender Menge ist eine Herausforderung für alle Unternehmen. Organisationen tun also gut daran, eine eigene Datenstrategie für deren digitale Transformation zu erarbeiten und kontinuierlich umzusetzen. Das stellt viele jedoch vor eine Herausforderung. Welche Daten sind in welcher Qualität und an welcher Stelle bereits nutzbar? Welche Technologien werden benötigt, um ein reibungsloses Datenmanagement zu etablieren und die benötigten Daten zielorientiert bereitstellen bzw. nutzen zu können? Wir beraten unsere Kunden in Business Alignment- Workshops, definieren gemeinsam gewinnbringende KI-Anwendungsfälle und setzen diese mit unserer über 40-jährigen Branchen- und Softwareengineering-Kompetenz in die Realität um.

 

7. Gibt es erste Erfolgsprojekte oder -beispiele, von denen Sie berichten können?

Bienert: Als Leuchtturmprojekte lassen sich LEAM und OpenGPT-X nennen. Der letzte Meilenstein von LEAM ist die Machbarkeitsstudie, bei der die Potentiale von Foundation-Modellen in Deutschland untersucht . Bei OpenGPT-X werden große KI-Sprachmodelle entwickelt, die neue datenbasierte Business-Lösungen ermöglichen und sich speziell an europäische Bedürfnisse richten. Hier gibt es nennenswerte Fortschritte beim Ausbau der KI-Infrastruktur unserer Partner.

Schmidt: Wie bereits erwähnt, ist auch msg klarer Unterstützer der LEAM-Initiative. Zudem ist msg ein Day-One-Member von Gaia-X und Gründungsmitglied der International Data Spaces Association (IDSA), die Regeln und eine Referenzarchitektur als Standard zur Nutzung von Daten über Unternehmensgrenzen hinweg spezifiziert. Gaia-X hat sich den Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa zum Ziel gesetzt. Zusammen mit unserem Engagement in der IDSA-Vereinigung gestalten wir aktiv den Funktionsumfang von Gaia-X und schaffen so Mehrwerte gemeinsam für und mit unseren Kunden.